Provider(s):

You must log in in order to see contact information. If you don't have an account, you can ask for one on this form.
Das STORM Dashboard stellt kollaborative und operative Dienste bereit, um in der Präventions- und Interventionsphase einer Katastrophe besser handeln zu können.

Der Austausch von Wissen spielt insbesondere in Notfällen eine zentrale Rolle und ermöglicht den Zugang zu und die Verfügbarkeit von wichtigen Informationen im Hinblick auf Risiken und Katastrophen. Fehlende Informationen verkomplizieren die effiziente Bewältigung von Katastrophen und schwächen den Entscheidungsfindungsprozess. Aus diesen Gründen ist es von entscheidender Bedeutung, dass eine Infrastruktur entwickelt wird, die in der Lage ist, Wissen zu verwalten und insbesondere die wirtschaftlichen und sozialen Werte durch Schaffung und Austausch von Wissen zu fördern, Innovationen für bessere Leistungen zu nutzen, diese zu aktualisieren und die Nachhaltigkeit zu verbessern. Kommunikation und Entscheidungsfindung während einer müssen in einer komprimierten Zeitlinie erfolgen, da ein schnelleres Reagieren als üblich für die Stabilisierung einer gefährlichen Situation, zur Vermeidung weiterer Verluste und den Beginn des Wiederaufbaus erforderlich ist. In solch komplexen Situationen erlaubt ein kollaboratives und dynamisches Umfeld den Akteuren, miteinander zu interagieren und ihre Anstrengungen zu bündeln, um gemeinsam zu kooperieren. Eine solche Art von Umfeld benötigt unterstützende Hilfsmittel, die die Erstellung eines zeitnahen Lagebilds ermöglichen ebenso wie den Austausch mit dem Ziel, die Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen den Nutzern zu erleichtern sowie die Effizienz und Effektivität der Entscheidungsfindung zu verbessern. Im Zusammenhang mit dem Forschungsprojekt H2020 STORM (700191) wurde ein Collaborative and Decision-Making Dashboard entworfen und umgesetzt, wo die Endanwender jederzeit ein aktuelles Lagebild erhalten können, um besser zu handeln, entweder in der Präventionsphase, um die Auswirkungen von Klimaphänomenen zu mildern, oder in der Interventionsphase, wenn eine Katastrophe eintritt. Von den vorgeschlagenen Hilfsmitteln, die sich auf Spitzentechnologien stützen, wird erwartet, dass sie die Zusammenarbeit und Koordination verbessern und die Entscheidungsfindung zwischen den Stakeholdern unterstützen. In der STORM Collaborative Decision-Making-Plattform sind kollaborative und operative Umgebungen untereinander stark verzahnt. Das bestehende Wissen (z. B. , Leitlinien, , Verfahren und Prozesse usw.) in Bezug auf Risiken im Falle von Naturkatastrophen und die Auswirkungen kann den Expertenteams bei der Entscheidungsfindung und beim Austausch neuer Erkenntnisse (z. B. aus dem Lagebild, der Risikobewertung und der Datenanalyse) für einen sofortigen und effizienteren Wiederaufbau helfen. Die Plattform zielt darauf ab, das wegbereitende (und gleichzeitig unterstützende) Hilfsmittel für die Entwicklung einer Collaboration-Umgebung zu sein. Ein Dashboard, das angepasst werden kann, eine Kartierung der aktuellen Lage in synthetischer Form und das Sammeln der maßgeblichsten Informationen sind wichtige Ressourcen für die Unterstützung einer effizienten und wirksamen Entscheidungsfindung. Ein Hauptvorteil besteht darin, dass die beteiligten Akteure über die Formulierung und Auswahl von Maßnahmen zur Risikominderung auf der Grundlage der verfügbaren Risikoinformationen und der Bedürfnisse der Stakeholder informiert sind, wodurch die Reaktionszeit verkürzt wird, wenn die richtigen Personen mit den entsprechenden Fähigkeiten und Katastrophenfälle rechtzeitig ausgewiesen werden. Die STORM Collaborative Decision-Making-Plattform stellt eine Reihe spezifischer kollaborativer und operativer Dienste bereit, die aus den zwei miteinander verbundenen Umgebungen stammen. Im Einzelnen stehen die kollaborativen Dienste ganz oben auf dem Dashboard, nämlich Network & Site (Netzwerk & Standort), Process Mining, Update News (Update-Nachrichten) und Document Library (Dokumenten-Bibliothek), zusammen mit User Profile (Benutzerprofil) und Semantic Search (semantische Suche). Die operativen Dienste befinden sich auf der linken Seite, nämlich Sensory Map (Sensorkarte), Visual Analytics (visuelle Analyse), Event Manager (Ereignis-Manager), Risk Assessment (Risikobewertung) und Situation Awareness (Lagebild).

 

Kollaborative Dienste

Eine Reihe kollaborativer Dienste wird bereitgestellt, um die Kulturerbe- und -Stakeholder in die Lage zu versetzen, Daten und Informationen sowie das Wissen über die potenziellen Bedrohungen, Schwachstellen und Risiken zu sammeln, einzubringen und auszutauschen sowie die Maßnahmen zu ergreifen, um die kritische Situation, wenn sie eintritt, in geeigneter Weise zu bewältigen, wobei sie ihre eigenen Erfahrungen und Fähigkeiten einbringen können. Die verfügbaren Daten und Informationen in Bezug auf die Katastrophe (d. h. Bedrohungen, Schwachstellen und Risiken) und wie sie verwaltet werden müssen, werden gesammelt, verwaltet und zwischen den unterschiedlichen Stakeholder-Communities (z. B. Notrufzentralen, Ersthelfer, Bürger, Behörden usw.) ausgetauscht.

  • User Profile (Benutzerprofil). Jeder Nutzer, der auf der Plattform registriert ist, hat sein eigenes Profil und Zugang zu einer Reihe spezieller Seiten, zu denen er gehört, und den ihm zugewiesenen Funktionen. Das Benutzerprofil gibt jedem Nutzer eine vollständige Sicht darauf, wie andere Nutzer Wissen und ihre Aktivitäten verwalten. Darüber hinaus zeigt es die Funktionen und Zuständigkeiten an, sodass jeder Nutzer weiß, wer für alle relevanten Bereiche, Verfahren und Aufgaben zuständig ist.
  • Semantic Search. Der Dienst Semantic Search (semantische Suche) ist eine Funktion, die als intelligenter Informationsabruf bezeichnet wird. Dieser Ansatz versucht, die Absicht und den Zusammenhang rund um eine Anfrage zu verstehen, um die zweckdienlichsten Ressourcen in Bezug auf die spezielle Informationsanforderung abrufen zu können. Er liefert dem Nutzer eine bessere Übereinstimmung mit den abgefragten Inhalten und Informationen.
  • Network & Sites. Der Dienst Network & Sites (Netzwerk & Standort) ist eine Möglichkeit, Aktivitäten unter allen Mitgliedern, die zum selben Standort gehören, zu organisieren. Auf diese Art und Weise ist es möglich, den Austausch von Daten und Aktivitäten mit unerwünschten Empfängern zu vermeiden.
  • Process Mining. Das Process Mining unterstützt Standortmanager und Kulturerbe-Experten während des STORM Quick Assessment-Prozesses, dem Schnellbewertungsprozess, der die Phasen der Dateneingabe und der Nutzung des Systems sowohl vor als auch nach einer Gefahr umfasst. Der STORM Quick Assessment-Prozess besteht aus den folgenden prozeduralen Phasen: Datensammlung, Bereitschaft, Reaktion und Nachbesprechung.
  • Update News (Update-Nachrichten). Dieser Dienst ermöglicht den Austausch spezieller Nachrichten. Auf diese Art und Weise entsteht implizites Wissen zu strategischen Problemen. Der Dienst ermöglicht es den Nutzern aus der Gemeinschaft, Blogs hinzuzufügen, zu kategorisieren und mit anderen Inhalten auf der Plattform zu verknüpfen.
  • Document Library. Document Library (Dokumenten-Bibliothek) ist ein Dienst, der die Dokumentenverwaltung (Hochladen, Anzeigen und Herunterladen von Dokumenten) unter den Nutzern unterstützt. Jeder Nutzer kann Dokumente durch eine Eingruppierung in spezielle Ordner organisieren, sodass jeder sie einfach heranziehen kann. Der Dienst ermöglicht es den Nutzern, neue Ordner hinzuzufügen, um eines oder mehrere Dokumente gleichzeitig hochzuladen.

 

Operative Dienste

Eine Reihe operativer Hilfsmittel, Dienste und Anwendungen für eine kooperative Entscheidungsfindung zur Unterstützung der Entscheidungsfindung durch eine Bereitstellung zusätzlicher unterstützender Hilfsmittel und Dienste, um das Verständnis und die Bewältigung einer kritischen Situation auf kooperative und gemeinsame Weise zu verbessern. Eine Reihe operativer Hilfsmittel, Dienste und Anwendungen hilft bei der Generierung der zu analysierenden aktuellen Situation und liefert alle notwendigen Informationen, um die zu treffenden Entscheidungen auszuweisen; die richtigen Prozesse/Aufgaben zu erkennen und für jeden von ihnen die richtigen Personen (und ihre spezifische Rolle) auszuwählen; die Messungen und Optionen zu bewerten, um bessere Entscheidungen zu treffen; mit anderen beteiligten Stakeholdern zusammenzuarbeiten; die wichtigsten Informationen zu sammeln, um anomale Ereignisse zu erkennen; die getroffene Entscheidung zu bewerten. Darüber hinaus benötigen die Nutzer zum Ermöglichen eines wirksamen Entscheidungsfindungsprozesses einen kompletten Überblick über die kritische Situation, was, im Sinne von Daten und Informationen, eine Integration des aktuellen (in Echtzeit) Wissens und des Wissens aus der Vergangenheit einer kritischen Entwicklung, bedeutet, um den die Entscheidungen treffenden führenden Akteuren dabei zu helfen, die sich entwickelnde Situation besser zu verstehen.

  • Sensory Map. Der Dienst Sensory Map (Sensorkarte) zeigt die überwachten Bereiche und die Lage der installierten Sensoren. Er besteht aus einer 2D-Karte, in der die Symbole die Position der installierten Online-Sensoren und die von den Offline-Sensoren kommenden Ergebnisse in Bezug auf die zu überwachenden Hauptbereiche darstellen, da diese von den Hauptgefahren betroffen sind.
  • Visual Analytics. Der Dienst Visual Analytics (visuelle Analyse) sammelt Daten aus dem Sensornetzwerk und andere maßgebliche Informationen aus den von der Katastrophe betroffenen Gebieten und zeigt das Ergebnis seiner Analyse dem Nutzer in einer effizienten, grafischen Art und Weise an. In dieser Ansicht werden die Daten so verarbeitet, dass sie leicht verständliche Darstellungen liefern, die sowohl vergangene Ereignisse als auch die aktuelle Situation an den Standorten berücksichtigen..
  • Diagnosis Reporting.Das Diagnose Reporting (Diagnose-Berichterstattung) ermöglicht die Erkennung von gefährlichen Ereignissen oder identifiziert relevante Bedrohungen, ausgehend von den nützlichen Informationen, die durch die Verarbeitung und Analyse von Daten aus Online- und Offline-Sensoren gewonnen werden. Die Erkennung eines Schadens, der durch ein zuvor aufgetretenes gefährliches Ereignis verursacht wurde, oder die Ausweisung bestimmter Bedrohungen, die die Exposition oder Anfälligkeit eines Objekts gegenüber bestimmten Gefahren erhöhen könnten, können der Plattform gemeldet werden.
  • Risk Assessment and Management Tool. Das Risk Assessment and Management Tool (Hilfsmittel zur Bewertung und zum Management von Risiken) unterstützt die Ableitung der angemessenen Risikomanagementstrategien, die im Rahmen von STORM entwickelt wurden. Dieses Hilfsmittel soll Standortleitern und Experten helfen, das Risikoniveau in verschiedenen Bereichen des Standorts zu bewerten und standortspezifische Strategien zur Minderung des mit Naturgefahren und Klimawandel verbundenen Risikos zu bestimmen.
  • Situation Awareness-Dienst. Der Dienst Situation Awareness (Lagebild) bietet eine detaillierte Ansicht der Karten mit allen Indikatoren und Parametern, die wesentlich sind, um die Situation unter Kontrolle zu bringen und die Entscheidungsträger zu unterstützen. Ein klares Bild über die Lage mit allen Einzelheiten zu Schwachstellen und Risikobereichen, gefährliche Ereignissen und andere maßgebliche Informationen werden in der thematischen Karte veranschaulicht, um die Auswirkungen auf ein Kulturerbe, seine Gebiete und Werte ausweisen zu können. Auf diese Art und Weise können die Nutzer den Status der aktuellen Situation verstehen, haben die Möglichkeit einer Echtzeitüberwachung der Lageentwicklung und somit eine Art ermöglicht eine Art Common Operational Picture.

 

Das STORM Collaborative and Decision Making Dashboard hat einen umfassenden Ansatz eingeführt, der die Endanwender während aller Phasen mit transversalen Diensten, wie zum Beispiel Datenanalysen und Wissensaustausch unterstützt. Die Haupteigenschaften und die hieraus folgenden Vorteile des STORM Dahsboards sind die Schaffung einer interaktiven Umgebung, die nicht nur Möglichkeiten eines Informationsaustausches unter den Nutzern des Systems bietet, sondern zudem auch die Begründung engerer Verbindungen ermöglichen würde. Eine Reduzierung der Reaktionszeiten, wenn die richtigen Leute mit den maßgeblichen Fähigkeiten schneller ausgewiesen werden und Katastrophenfälle schneller bewältigt werden.Zu guter Letzt wurde eine effizientere Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteuren durch deren interaktive Einbeziehung in den Entscheidungsfindungsprozess eingerichtet.

Supported Use Cases

STORM Anwendungsfälle

Eines der Hauptziele der STORM-Lösungen besteht darin, dass diese Hilfsmittel in jedem Kulturerbe-Kontext in Europa und auf der ganzen Welt eingesetzt werden können. Daher war es von höchster Wichtigkeit, dass die Technologien, Serviceangebote und Prozesse, die in dem Projekt entwickelt wurden, in einer ausreichenden Zahl unterschiedlicher Kulturerbestätten getestet werden konnten. Die fünf ausgewählten Pilotstandorte, die sich in fünf verschiedenen Ländern befinden, stellen in der Tat eine der Stärken des Projekts dar, da sie sich in ihrer Lage, Größe, historischen Periode sowie in den Bedrohungen, die sie gefährden, und ihren Probleme und Notwendigkeiten in Bezug auf ihren Unterhalt unterscheiden. Jeder STORM-Pilotstandort hat definierte experimentelle Szenarien und Simulationsaktivitäten nach Maßgabe der besonderen Bedürfnisse. Das Ziel der experimentellen Kampagne besteht in der Validierung der vorgeschlagenen Lösungen in Bezug auf die in diesem Projekt definierten drei Phasen, die einen umfassenden Ansatz mit Ex-Ante-Planung und , Management und Maßnahmen sowie Wiederaufbauaktivitäten umfasst. Insbesondere:

  • Risikobewertung: Ausweisung, Bewertung und Überwachung von Katastrophenrisiken, Verbesserung der Prävention und Echtzeitüberwachung;
  • Lagebild: Verbesserung des Krisen- und Katastrophenmanagements;
  • Erste Hilfe: Verbesserung der Wiederaufbauaktivitäten.

Die ausgewählten Pilotstandorte sind: das Mellor Heritage Projekt (Vereinigtes Königreich); die Diokletiansthermen in Rom (Italien); das historische Zentrum von Rethynmo (Griechenland); die römischen Ruinen von Tróia (Portugal); die antike Stadt Ephesus (Türkei).

Das Mellor Heritage Projekt ist ein Komplex, der aus drei individuellen Standorten aus drei verschiedenen Zeitaltern (einer Baumwollspinnerei aus dem Industriezeitalter, einer Begräbnisstätte aus der Bronzezeit und einem Wehrgraben aus der Eisenzeit) besteht und sich in sehr unterschiedlichen „mikroklimatischen“ Bedingungen befindet. Im Rahmen des Mellor Heritage Project wurde eine Reihe von sieben Experimenten und Übungen durchgeführt: Die ersten fünf experimentellen Szenarien laufen während des gesamten Projekts und konzentrieren sich auf die Verwendung von Fotogrammetrie-, Laserscan- und Wetterstationsdaten gegen die Frost-Tau-Gefahr, um Schäden abzufangen, bevor sich die Gefahr zu einem größeren Problem entwickelt. Die letzten beiden sind Prozessexperimente, bei denen der gesamte STORM-Prozess auf zwei plötzlich auftretende Gefahren getestet wurde: intensive Regenfälle und starke Winde sowie Gewitter. Diese beiden Experimente betreffen zwei Übungen am Mellor-Standort mit der Teilnahme von freiwilligen Helfern und Archäologen zur Umsetzung der STORM-Prozesse.

Die Diokletiansthermen wurden von Kaiser Diokletian zwischen 298 und 306 n. Chr. erbaut. Während der Renaissance wurden die römischen Ruinen umgewandelt, sodass sie eine Kartause beherbergten und im Jahre 1870 wurde der Bereich ein Museum. Die Konservierung und die Restaurierung der antiken Strukturen müssen mit der Konservierung und der Ausstellung der Museumsobjekte kombiniert werden. In den Diokltiansthermen wurden während des Projektes eine Wetterstation und Fiber-Bragg-Gitter(FBG)-Sensoren installiert sowie eine Laserscanner-Kampagne durchgeführt, um die Plattform im Falle dieser langsam einsetzenden Gefahren zu testen: steigende Feuchtigkeit, Vibrationen und biologischer Abbau. Darüber hinaus organisierten die Diokletiansthermen, wie jeder STORM-Pilotstandort auch, zwei Experimente zum Testen der Bereitschaft und der Erste-Hilfe-Reaktionen im Falle plötzlich auftretender Gefahren. Die erste Übung simulierte die Gefahr von Starkwinden im Garten, durch die zwei Sarkophage beschädigt wurden. Die zweite Übung wurde unter Mitwirkung von Feuerwehrleuten, Archäologen und Restauratoren durchgeführt und simulierte ein Erdbeben mittlerer Stärke, das einen antiken Pfeiler des Gebäudes und einen antiken Sarkophag beschädigte.

Das historische Zentrum von Rethynmo besteht aus mehreren Gebäuden und Monumenten, die sich in Bezug auf ihren chronologischen, architektonischen und historischen Wert unterscheiden. Das Hauptgebäude ist die Festungsanlage Fortezza, die im 16. Jahrhundert erbaut wurde. Im historischen Zentrum von Rethymno wurden Experimente mit Fotogrammetrie, Laserscan, Fotokamera, Leitfähigkeitsmesser, Wetterstationen und Beschleunigungsmessern durchgeführt, um die Vorbeugung gegen die Versalzung am Leuchtturm in der Gegend des venezianischen Hafens zu testen. Darüber hinaus wurden zwei weitere Übungen zum Testen der Prozesse zur Bewältigung plötzlich auftretender Gefahren und zur Verbesserung der Bereitschaft und der Reaktionsmaßnahmen aller beteiligten Akteure durchgeführt. Die erste simulierte die Gefahr eines Starkregens, der die Bastion St. Lucas in der Festung Fortezza betraf, während der zweite ein Erdbeben mittlerer Stärke bei der Festung Fortezza simulierte, das den Wachturm an der Ecke der Bastion St. Paul beschädigte.

Die römischen Ruinen von Tróia bilden die Reste eines großen urban-industriellen Agglomerats, das auf einer Sandbank zwischen der Mündung des Sado und dem Atlantischen Ozean erbaut wurde. Die STORM-Risikobewertung des Standorts Tróia hat deutlich gezeigt, dass die gefährlichste Gefahr, die alle Uferstrukturen kritisch betrifft, die Küstenerosion ist, die auf hydrodynamische Faktoren wie Gezeiten und Wellen, die lokal erzeugt werden, zurückzuführen ist. In den römischen Ruinen von Tróia wurde eine Reihe von Experimenten mit Hilfe von Fotogrammetrie, induzierten Fluoreszenzsensoren und Umweltsensoren in Verbindung mit Bildaufzeichnung und Rissmessgeräten durchgeführt, um die Vorbeugung gegen die Wirkung von Gezeiten und Wellen, intensiven Regenfällen und biologischer Kolonisierung zu testen. Darüber hinaus wurden zwei Übungen zum Experimentieren mit STORM-Prozessen für plötzlich eintretende Gefahren durchgeführt, bei denen die Küstenerosion und der lokale Wind mit Versalzung simuliert wurden.

Das Hauptgebäude der antiken Stadt Ephesus ist das Große Theater, das etwa im 3. Jahrhundert vor Chr. erbaut wurde. Die Gefahrenanalyse zeigt, dass Erdbeben die schädlichste plötzlich eintretende Katastrophe sind, daher ist die frühzeitige Bewertung des Strukturverhaltens bei Erdbebenanregung eine der wichtigsten Herausforderungen. Die experimentelle Kampagne in Ephesus widmete sich zwei Gefahren: ein „Erdbeben“ als plötzliche eintretende Gefahr und eine „ausgedehnte Trockenphase/Hitzewelle“ als langsam eintretende Gefahr. Als Ansatz beim Erdbebenszenario wurde zwei sich ergänzende experimentelle Szenarien gewählt. Das erste testete und validierte die technologischen Lösungen, die am Pilotstandort zum Einsatz kamen. Das zweite bezog eine Vielzahl externer Akteure ein, um die Leistung des Notfalleinsatz-Prozesses zu bewerten. Zuletzt testete ein drittes Szenario die Reaktion des Prozesses auf „lang anhaltende Trockenphasen/Hitzewellen“, eine der Hauptrisiken am Pilotstandort.

Alles in allem wurden mehr als dreißig experimentelle Szenarien an den Pilotstandorten gezeigt, um die drei Ebenen der STORM-Ergebnisse zu validieren: Technologien, Serviceangebote und Prozesse. Während der Versuchskampagne wurde gezeigt und bestätigt, wie wichtig eine gute und gut geplante Prävention für die optimale Erhaltung des Kulturerbes ist, indem neue Methoden und Behandlungen erprobt wurden, die für das Management langsam auftretender Gefahren wirksam sein können. Darüber hinaus konnte man dank der der zehn Übungen für plötzlich auftretende Gefahren erfahren, wie die Bereitschaft für eine angemessene und wirksame Notfallintervention nützlich sein kann. In diesen Situationen erwies sich die Plattform als sehr nützlich, da sie es den mit dem Notfall befassten Fachleuten ermöglichte, dank der gesamten Dokumentation und der vor der kritischen Situation gesammelten Daten alle notwendigen Informationen in Echtzeit zu erhalten.

Related CM functions

Anwendungsfall - Diokletiansthermen
Anwendungsfall - Historisches Zentrum von Rethymno
Anwendungsfall - Ephesus
Anwendungsfall - Mellor Heritage Projekt
Anwendungsfall - Römische Ruinen von Tróia
Bilder
STORM_Collaborative Decision-Making Dashboard_Startseite. Dazu gehören die kulturellen Stätten, die gegenwärtig geschützt sind, z. B. die Diokletianthermen (Rom, Italien), das historische Zentrum von Rethymno (Kreta, Griechenland), Ephesus (Anatolien, Türkei)
Das Bild zeigt ein Beispiel für die auf der STORM-Plattform veröffentlichten Nachrichten
Ein Beispiel für den Event Manager (Ereignis-Manager)-Dienst, einschließlich Standortname, Gebiet, Position, Status, Beschreibung, Zeit, Reichweite und Kategorie
Prozess Mining - dazu gehören Informationen zum Standort und seinen wichtigsten Kontaktpersonen
Offline-Details, die auf der Kulturstätte zugänglich sind (z. B. Drohnen-Rundhaus)
Offline-Sensoren, die auf Kartenebenen angezeigt werden
Bild mit Online-Details (in Echtzeit aktualisiert)
Online-Sensoren, die auf der Karte angezeigt werden
Das Risk Management Dashboard ermöglicht die Durchführung eines Site Hazard Assessment (Gefahrenbewertung für den Standort), Risk Assessment (Risikobewertung) und die Anzeige der Risk Management Strategies (Risikomanagementstrategien)
Lagebild, das durch Schichten auf einer Karte angezeigt wird, einschließlich Ereignisse, Exposition, Risiko, Schweregrad, Standortbereiche usw.
Das Bild zeigt eine Karte und eine Liste der Lagebild-Dienste
Liste der visuellen Analyse
  • 0
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
  • 11

 

 

eu Die Portfolio of Solutions Website wurde ursprünglich im Rahmen des DRIVER+ Projekts entwickelt. Heute wird das Service von der AIT Austrian Institute of Technology GmbH. zum Nutzen des europäischen Krisenmanagements betrieben. PoS ist vom Disaster Competence Network Austria (DCNA) sowie von den H2020-Projekten STAMINA und TeamAware befürwortet und unterstützt.